BDSM - ein Spektrum sexueller Vorlieben

Das Kürzel BDSM entstand vermutlich zu Beginn der neunziger Jahre in den USA, es stand ursprünglich für die Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnungen "Bondage & Discipline" und "Sadism & Masochism". Später wurde auch "Submission & Dominance" integriert, so dass der Begriff heute mehrschichtig für diese drei Teilaspekte eines sexuellen Verhaltens steht, das ein Spektrum von Macht und Unterwerfung, Erziehung und Züchtigung, Demütigung und Tortur in vielschichtigen Facetten abbildet.

Die kulturellen Wurzeln von BDSM liegen wohl vor allem in der amerikanischen Old-Guard-Lederbewegung , die sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Motorradfahrer-Subkultur entwickelte. In den folgenden Jahrzehnten öffnete sich die Szene und ist in die Breite gewachsen. Oftmals wird BDSM noch immer auf die Verhaltensweisen von Sadismus und Masochismus verkürzt und gerät deshalb - unberechtigt - ins Zwielicht. SadoMasochismus ("SM") ist nicht mehr als ein Teilaspekt, wenn auch ein bedeutungsvoller. Schon die Klassiker und Namensgeber, Marquis de Sade und Leopold Ritter Sacher-Masoch, haben mit ihren Werken "Justine" und "Venus im Pelz" die Literatur und Kunst inspirieren können. Heute gelten sadomasochistisch beeinflusste Romane und Filme - beispielsweise "9 1/2 Wochen. Erinnerungen an eine Liebesaffäre"von Elizabeth McNeill, "Tokio Dekadenz" oder "Dezemberkind" von Alexander Sukov als anspruchsvolle Kreationen. Nicht nur die Kunst, auch Mode und Marketing konnten durch BDSM nachhaltige Impulse erfahren. 

Zu den charakteristischen Symbolen der BDSM-Szene, die sich in Clubs, Communities, jüngst verstärkt unter Nutzung von Internet-Plattformen organisiert, gehören das vorwiegend im angelsächsischen Sprachraum verbreitete Triskelion, aber auch die Leather-Pride-Flagge. Die Bekleidung trägt den Charakter eines Dresscodes, gern getragen werden Materialien aus Latex, Lack, Lycra oder Leder, die - oftmals hauteng getragen - die Geschlechtsorgane optisch verstärken. Diese Kleidung ist auch aus der Fetisch-Szene bekannt, mit der es zahlreiche Überschneidungen gibt. Fetischistische Neigungen können im Umfeld von BDSM recht offen ausgelebt werden. Der im BDSM-Spiel herrschende Teil ("Sub") der Beziehung wird oft als Meister oder Domina(trix), der unterworfene Teil ("Bottom") als Sklave/Sklavin bezeichnet. Gebräuchliche Werk- oder Spielzeuge als Instrumente der Beherrschung und Züchtigung sind die Reitgerte, Lederpeitschen und auch Geräte zur Elektrostimulation. Nicht wegzudenken sind Hand- und Daumenschellen, das Halsband als besitzanzeigendes Symbol sowie Ketten mit justierbaren Brustklammern oder das Wartenbergrad, mit dem Nerven gereizt werden. Zur Fesselung und Fixierung können das Andreaskreuz, die "Sling" genannte Schaukel oder auch die Technik des Strappado eingesetzt werden. 

Die verbreitetsten Techniken und Methoden von BDSM sind neben dem Fesseln das Spanking (Schläge auf den Po), das Face-Sitting (Aufsitzen mit dem Po auf dem Gesicht), das Trampling (Misshandlung durch Fußtritte), die Misshandlung mit heißem Wachs, die Atemkontrolle, das schlichte Auspeitschen, im psychischen Bereich die "Dienstverpflichtung" des unterworfenen Teils oder zum Beispiel die Feminisierung des Mannes. BDSM als Spektrum sexueller Vorlieben trägt den Charakter eines Spiels, an dem die Teilnehmer ausschließlich freiwillig mitwirken. Die Freiwilligkeit ist neben dem Erfordernis der Einhaltung unbedingter Sicherheit ein Grundgebot des recht strengen und in der Szene auch akzeptierten Verhaltenscodex. Das mit den Praktiken verbundene Macht- und Gewaltgefälle kann die Gefahr von Missbrauch, von körperlichen oder seelischen Verletzungen bergen, der nicht nur im Eigeninteresse der Teilnehmer, sondern auch im Hinblick auf die öffentliche Akzeptanz, begegnet werden soll. 

Sollte ich was falsch recherchiert haben, bin ich offen für Infos, wir können gerne hier darüber Diskutieren. 

lg

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